Vom 05.02.2012 bis zum 12.02.2012 war es „endlich“ soweit: Das Zwischenseminar aller VIA- Freiwilligen aus Mexico, Colombia, Costa Rica und Nicaragua stand vor der Tür und ich sah dem Ganzen mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits konnte ich es natürlich nicht erwarten die lieben Lauchs von meinem Vorbereitungsseminar wiederzusehen, mit denen ich mich so unendlich gut verstanden hatte. Ich freute mich darauf Erfahrungen und Erlebnisse mit ihnen auszutauschen und vielleicht auch darauf, einfach mal wieder ein wenig deutsch zu reden. Auf der anderen Seite hieß das Seminar aber auch, dass bereits die Hälfte meines Freiwilligendienstes vorüber war, was in mir eher Schrecken und ein wenig Panik auslöste…mir blieben nur noch 6 Monate? Es gibt doch noch so viel, was ich sehen möchte…und die Kinder soll ich schon so bald wieder verlassen? Und Hilfe, noch immer ist mir ein Rätsel was ich studieren soll! Mit einem Mal schien die Zeit so unendlich schnell zu vergehen und ich fühlte mich von den dahin ziehenden Monaten überrannt… deshalb heißt es von nun an mehr als je zuvor: „Nutze jeden einzelnen Moment“!
Nun aber zum Seminar selbst:
Es fand in Mexico D.F. statt (ihr erinnert euch, da war ich ja im Oktober schon einmal) und diesmal reiste ich alleine an, da die Organisation mit den mir bis dato unbekannten Mitfreiwilligen aus Guadalajara nicht so funktioniert hat :) Wieder einmal durfte ich die wunderbare Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Mexicaner erfahren, denn tatsächlich holte mich „mein Cousin“ Hugo vom Bahnhof ab und fuhr mich zum Hostel – und wer nun denkt, dass sei doch keine große Sache war noch nie im Verkehr dieser Stadt unterwegs. Mal abgesehen von der Anreise zum Bahnhof, die ihn mehr als eine Stunde kostete, dauerte die anschließende Fahrt zum Hostel weitere 2 ½ . Aber für die Familie tut man nun einmal alles :)
In Mexico angekommen gab es erst einmal ein großes Kennenlernen bzw. Wiedersehen! Bei leckeren Plätzchen und Café nahm das Quatschen überhaupt kein Ende…natürlich hatte jeder etwas zu erzählen: Erlebnisse, Anekdoten, Konflikte, Reiseberichte, Kulturunterschiede (einschließlich der Einschätzung der männlichen Bevölkerung im jeweiligen Land :P) und vieles mehr.
Dann begann das Seminar, doch es muss zugegeben werden, dass die ersten „Arbeitseinheiten“ von Quasselattacken eindeutig überschattet wurden – wie sollte man auch eine Gruppenarbeit durchführen ohne in Erfahrungsberichte zu verfallen? ;) Ich glaube, wenn man es nicht selbst erlebt hat, kann man es sich schwer vorstellen, doch es war einfach ein tolles Gefühl die Geschichten der anderen zu hören, Gemeinsamkeiten festzustellen, über die nationalen Eigenarten und Unterschiede zu lachen, die Kultur der anderen Länder kennen zu lernen und einfach zusammen Spaß zu haben!
Doch natürlich waren auch die eher sachlichen Diskussionen zusammen mit Sabine und Francisco (aus Perú) sehr interessant und anregend: uns besuchten zahlreiche gebildete Señores, welche uns über die konfliktreiche Situation in Mexico informierten, wir diskutierten über Korruption, Narcotráfico, Sicherheit der Bevölkerung, Bildung, Entwicklungsarbeit und vieles mehr. Das Seminar fand teilweise auf deutsch, teilweise auf Spanisch statt, was ebenfalls dazu führte, dass wir die Unterschiede in den Akzenten der anderen Freiwilligen kennen lernen konnten. Denn obwohl wir uns natürlich alle einfach als Deutsche identifizieren lassen, kann man doch sagen, dass ein columbianischer Freiwilliger anders spricht als ein mexicanischer :)
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| Gruppenstunde |
Die Tage flogen nur so dahin und uns ging es wirklich außerordentlich gut: Das Hauspersonal war (typisch lateinamerikanisch) überdurchschnittlich freundlich und hilfsbereit und das Essen – mhmmm, mexicanisch und super lecker! Und ich musste feststellen, dass ich mich offensichtlich schon ein wenig an die mexicanische Schärfe in den Gerichten gewöhnt habe. Denn jedes Mal wenn ich sagte, „diese Salsa kannst du wirklich essen, sie ist nicht so schlimm.“ hieß es danach „Svenja, was hast du denn für Geschmacksnerven? Natürlich ist die scharf!“ :D
Das einzige Problem, was uns ein wenig zu schaffen machte, war die eisige Kälte! Nun werdet ihr wahrscheinlich denken „Pff, was redet die von Kälte…wäre sie im Winter mal hier in Deutschland gewesen“. Aber ich kann euch versichern, wenn es draußen kühl ist, man in ein unisoliertes Haus kommt und die Temperatur einfach identisch ist, dann ist es schon unangenehm! Stellt euch einfach vor, euch ist 24h am Tag kalt, denn es gibt keinen Ort, an dem man sich aufwärmen kann… und am schlimmsten ist es dann, sich abends aus den 5 Pulloverschichten zu quälen um so schnell es geht in den Schlafanzug und unter 3 Decken zu schlüpfen :P Und nun stelle sich einer die Freiwilligen aus Nicaragua vor, die aufgrund des heißen Klimas dort gerade mal einen warmen Pullover besaßen – Judith kam aus dem Bibbern gar nicht mehr heraus ;)
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| Unser Deckenturm :) |
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| Am Tage sehr hilfreich... |
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| ...sowie in der Nacht (wir schliefen zu viert um uns warm zu halten ;) |
Neben bibbernden Plapperstunden und gutem Essen kam natürlich auch das Sightseeing nicht zu kurz. Wir stromerten durchs Centro, wieder einmal bestieg ich den „Torre Latinoamericana“, besuchte die Pyramiden und alles war noch einmal so beeindruckend wie vor 3 Monaten – nur der Himmel um einiges bewölkter :) Zudem wurde ich auf der Sonnenpyramide von einem RIESENtausendfüssler angegriffen!!! Leider gibt es von diesem Monster kein Foto, aber als ich es plötzlich auf meinem Pullover entdeckte könnt ihr euch meine leicht panische Reaktion sicher vorstellen ;) Francisco hat mich dann schließlich gerettet und die anderen haben sich totgelacht!
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| Alle Freiwilligen vor dem Regierungsgebäude |
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| Columbianische "Locos" auf dem Torre Latinoamericana |
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| Nocheinmal die bekannte Aussicht, nur diesmal bei schlechtem Wetter ;) |
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| Die "Mexicaner" -- nur Till fehlt! |
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| Die fröhliche Freiwilligen-Truppe :) Thibaut, Till, ich, Theresa, Lennard, Judith, Hanna, Wiebke, Helen, Aylin, Nina, Julian, Laura und Tim |
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| Wiebke und ich |
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| Die zwei Spielkinder Lenny und Francisco |
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| Die Mondpyramide und ich :) |
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| Gruppenphotooooo |
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| Auch Wiebke musste natürlich, wie auch ich vor ein paar Monaten, ihre Energie neu aufladen :) |
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| El macho con sus mamacitas :D |
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| Zwei Streifenhörnchen. |
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| Der Aufstieg ist geschafft, da hilft nur eins: Hinsetzen und die Aussicht genießen! |
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| Wiebke, Francisco und Hanna |
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| Unser Fremdenführer - wie er im Buche steht :) |
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| Uns konnte er manchmal nicht so ganz mitreißen... |
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| Typische Souvenir- Verkäufer: "Ladies, good price!" |
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| Nina, Hanna und Judith |
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| Das Glitzer- Team: Wiebke, Judith, ich, Hanna <3 |
Außerdem besuchten wir die Basilica de Guadalupe, welche sich auf dem Berg Tepeyac befindet (auf welchem die Jungfrau dem Indio- Jungen Juan Diego erschien) und die Marienstatue der heiligen Schutzpatronin Mexicos beheimatet. Die "Guadalalupana" ist ja meine beste Freundin, seitdem ich den gesamten Rosankranz für ihren Geburtstag beten musste ;)
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| Habt ihr schon einmal einen so gut aussehenden Priester gesehen???? Welch' Verschwendung für die weibliche Weltbevölkerung... :P |
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| A-hörnchen Adrian füttert B-hörnchen :) |
Samstags abends besuchten wir außerdem das Musical "Spamelot": Zugegebenermaßen war das Beste an dem Ganzen die Toilettentüren, die für uns riesige Europäer eindeutig zu niedrig waren und uns sehr faszinierten :) Vom Musical verstanden wir eigentlich kein Wort und es war auch ein wenig verrückt...
Ein weiteres Highlight des Mexico- Aufenthalts war eine Tequila- Verköstigung. Ich finde dieses Nationalgetränk nun wahrlich nicht besonders schmackhaft, doch wenn man zu jeder Sorte noch eine Erläuterung bekommt (die allerdings am Schluss ein wenig unterging) dann lohnt sich das Ganze schon. Allerdings ertrug ich jeden Shot nur mit einem schnellen Snack danach ;) An diesem Abend erfuhren wir zudem mehr über die Wirkung des Tequilas: Wir tranken „muchísimos“, an die 15 Verschiedene und es wurde schon ein wenig lustiger…doch erst nach einer Stunde entfaltet Tequila seine wahre Größe :D Es wurde ein interessanter Abend mit vielen bestaunendswerten Salsa- Einlagen!!
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| Unser Repertoire war nicht ganz gering. |
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| Und los gings..."Viva Mexico, salud!" |
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| Mein lieber Adrian und ich |
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| Auch Francisco und Sabine ließen sich den Spaß nicht entgehen |
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| Besitos para Esvi :) |
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| Was ist denn das? Ein getrockneter Wurm im Tequila??? |
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| Ja, und der muss gegessen werden! Mhmmm, wie lecker, fast so gut wie getrocknete Heuschrecken ;) |
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| Das Bild spricht Bände... |
Auch das Nachtleben Mexicos wurde von uns erkundet und wir lernten einen Adele liebenden Taxifahrer kennen, den wir die gesamte (abenteuerliche) Fahrt mit gesungenen deutschen Kinderliedern beglückten :)
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| Die Kassler "Lauchs" :D |
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| Ein mexicanischer Stripper in einer "normalen" Disco - ein Erlebnis, für welches die Worte fehlen :P |
Ich glaube es ist nicht zu übersehen, dass wir eine super Woche erlebt, viel von einander gelernt, viel gelacht, zusammen gefroren und gesungen haben.
Danke an alle, es waren 7 tolle Tage mit euch!
All das, was sich nicht einordnen ließ :D
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| Metro fahren!! Nach Monaten Bus bzw. für einige Fahrrad fahren ein tolles Erlebnis |
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| Werte, die mexicanischen Kindern im Kindergarten vermittelt werden sollen: Großzügigkeit, Patriotismus, Ordentlichkeit, Ehrlichkeit, Freundschaft und Respekt -- die Vaterlandsliebe nimmt hier meiner Meinung nach einen zu hohen Stellenwert ein. |
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| Angel de Libertad |
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| Rückfahrt durchs landschaftlich wunderschöne Mexico! |