Samstag, 28. Januar 2012

Así es la vida.


Ein schrecklicher Tag…mehr kann man dazu nicht sagen.
Gestern wurde uns bekannt gegeben, dass Jose Angel (mein kleiner preescolar) seinen Eltern weggenommen und in ein Waisenhaus gebracht würde. Zwar hätte Gil – der Direktor- alles versucht, damit er bleiben könne, doch leider war er nicht erfolgreich.
Der kleine Fratz in einer riesigen Albergue mit über 600 Kindern, eine wenig schöne Vorstellung – noch dazu, da er sich während des letzten Monats so verändert hatte: Er hat mehr Selbstsicherheit gewonnen, ist höflicher, macht seine Aufgaben, hat Freunde…er hat sich einfach gut eingelebt. Und nun das? Es ist einfach nicht fair.
Gestern Abend fragte er mich: „Und morgen fahren wir nach Hause oder? Dann ist doch Freitag?“ Was soll ich sagen? Die Wahrheit wäre „Ja es ist Freitag und alle anderen werden wie immer von ihren Eltern abgeholt – du allerdings wirst in ein Kinderheim gebracht.“
Nein, besser lächeln und zustimmen…
Heute Morgen war eine seltsame Stimmung: alle Erzieher blickten immer wieder traurig auf Jose Angel, es wurden Abschieds-Fotos gemacht, „Amor zeig uns doch noch einmal dein schönes Lächeln“…
Jose Angel selbst war sehr fröhlich, er sagte mir: „Weißt du was Esvenia, ich darf mich heute als erster duschen, die anderen müssen warten. Und weißt du warum? Ich gehe heute mal in eine andere Schule.“ Vielleicht war es besser, dass er nicht wusste, dass er auch dort bleiben sollte.
Natürlich bekamen auch die anderen Kinder etwas mit: „Adriana und Svenja, warum weint ihr denn?“ Komischerweise fielen sie auf unsere Ausrede, sie hätten beim Spielen mal wieder so viel Erde in die Luft geworfen und diese befände sich nun in unseren Augen, nicht herein…
Um neun kam ein Besuch und brachte Geschenke für alle Kinder mit und die ganze Zeit über warteten Ady, Mago, Ian und ich auf die Ankunft der Sozialarbeiter. Als sie schließlich da waren, knuddelten alle unseren kleinen Strahlepeter und Jose Angel, der normalerweise nicht so für Umarmungen zuhaben ist, umarmte alle Erzieher und war auf einmal sehr still…als die Dame vom Sozialamt ihn aus Gemmas Armen nahm, wirkte er eher apathisch ruhig, nur bei uns flossen die Tränen. „Angelito, du musst dich niemals einsam fühlen, denn hier wirst du immer ein Zuhause und eine Familie haben. Wir haben dich sehr lieb!“ Die Abschiedsworte von Gemma…
Und dann war er fort… im Salon 2 bei meinen Preesocolar wird sein strahlendes Lächeln, sein ständiges Auf- und Abgehüpfe, sein „E-e-esvenia mira!“ und sein manchmal knötteriches „No quiiiiero!“ unendlich fehlen.
Así es la vida.

Freitag, 20. Januar 2012

Quartalsbericht

Hallo :)
Da ich es momentan einfach nicht schaffe einen Blogeintrag über meine Reise zu verfassen (auch wenn ich mich am Wochenende auf jeden Fall daran setzen werde), dachte ich, lade ich erst einmal meinen Quartalsbericht hoch, welchen ich für VIA geschrieben habe. Viel Neues ist darin nicht zu finden, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen. An manchen Stellen klingt er glaube ich nicht besonders gelungen, das liegt wohl daran, dass ich ihn in einer Nacht- und Nebelaktion und somit im Halbschlaf verfasst habe - da blieben Deutsch-LK-Kenntnisse auf der Strecke :P
Wenn ihr schonmal Photos von Cancún sehen wollt, empfehle ich das Album von Margarita Esponda Ramirez in facebook - die liebe Mago ist nämlich ein wenig schneller gewesen als ich ;)
Liebste Grüße aus der weiten Welt,
eure Sveni


Rudolph, Svenja. 1. Quartalsbericht

„¡Welcome to Mexico güerita!“

¡Buenos días!
Mein Name ist Svenja und im Rahmen meines weltwärts-Freiwilligendienstes verbringe ich ein Jahr in der zweitgrößten Stadt Mexikos: Guadalajara. Hier arbeite ich 5 Tage in der Woche in der „Albergue Infantil Los Pinos“ – einer Art Heim für Kinder, welche aus schwierigen Familienverhältnissen stammen.
Eigentlich kann ich kaum glauben, dass bereits 3 Monate vergangen sind und mein erster Quartalsbericht verfasst werden muss. Die Zeit vergeht wie im Fluge und manchmal habe ich fast das Gefühl, dass auch mein Abflugtermin schon vor der Tür steht und es doch noch unendlich viel zu sehen und zu entdecken gibt.
Dass die Monate nur so an mir vorbei rauschen hat wohl den Grund, dass ich mich hier in Mexiko ungeheuer wohl fühle:
Seit ich hier in Guadalajara angekommen bin wurde ich eigentlich fast immer nur positiv überrascht! Denn auch wenn ich mir eingeredet hatte, keinerlei Erwartungen oder Vorurteile mitzunehmen, blieb es natürlich nicht aus, dass sich ein bestimmtes Bild in meinem Kopf geformt hatte.
Ich erwartete große Armut, Menschen die auf der Straße leben, Kinder die um ein paar Pesos betteln, einfache Häuser und schlechte Infrastruktur – auf der anderen Seite aber auch die berühmte Lebensfreude der Südamerikaner, ihre Offenheit Fremden gegenüber, ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit.
Teilweise wurden meine Erwartungen erfüllt, andere wurden widerlegt (Wie kam ich zum Beispiel auf die Idee, dass mein Schmuck und der größte Teil meines Kleidesschrankes nicht hierher passen würden?) und manche Vorstellungen wurden auf positive Weise übertroffen.
Andere Dinge wiederum hätte ich niemals erwartet und sie offenbarten sich erst im Laufe der Zeit. Nie hätte ich beispielsweise damit gerechnet, dass man in Mexiko fast jeden Tag Cola trinkt („refresco“), dass man Toilettenpapier in einen Eimer neben der Toilette wirft, dass man Mais auf so verschiedene Weisen zubereiten kann, dass die Mexikaner Gel in den Haaren, Salz+Limette+Chilli und Doppeldeutigkeiten lieben, dass Besteck in Europa offenbar überbewertet wird, da doch die Finger und die zu fast jeder Mahlzeit gereichten Tortillas ebenfalls diesen Zweck erfüllen, dass man auch morgens um 7 schon Fleisch frühstücken kann, dass es nur eine Sorte Würstchen („salchicha“) gibt, dass bis zu 15 Kinder in einen kleinen VW Kombi passen, dass es keine festen Haltestellen für die Linienbusse gibt, dass „agua“ Wasser mit Geschmack bedeutet und vieles mehr.
Jeden Tag entdeckt man neue Absonderlichkeiten und lernt sie entweder zu lieben (wie zum Beispiel die leckeren Tacos) oder man lernt sie als gegeben hinzunehmen (die abenteuerliche Art Auto zu fahren gehört dazu).
Und auch nach drei Monaten kenne ich längst nicht alle kleinen Unterschiede zwischen der deutschen und der mexikanischen Kultur, sodass das Zusammenleben in der Albergue und in meiner Freizeit noch immer spannend bleibt und es immer wieder etwas Neues zum Ausprobieren gibt.

Meine ersten Tage in Mexiko waren in jedem Fall aufregend: Eine Unmenge unterschiedlicher Eindrücke stürmte auf mich ein, sodass ich in den ersten zwei Wochen jeden Abend todmüde ins Bett fiel.
Was mir jedoch relativ schnell bewusst wurde ist, dass meine Wohngemeinschaft eindeutig nicht das Richtige für mich war, da sich unsere Auffassungen von einem Leben in einer Wg allzu sehr unterschieden.
Bei meinem Wohnwechsel erfuhr ich eine ungeheure Unterstürzung durch meine Arbeitskollegen in der Albergue, die sich sofort um eine neue Bleibe für mich bemühten und ich auf diese Weise innerhalb eines Tages eine neue Wohnung gefunden hatte.
Ich erzähle dies so genau, weil diese Erfahrung meiner Meinung nach sehr treffend die tolle Mentalität der Mexikaner widerspiegelt: ihre Gastfreundschaft, ihre Offenheit, ihr Vertrauen, ihre Hilfsbereitschaft, aber vor allem ihre Herzlichkeit. Ich arbeitete kaum zwei Wochen in der Albergue und fühlte mich gleich (wenn es auch kitschig klingen mag) wie ein Teil einer großen Familie, die zusammen zu Mittag isst, zusammen lacht und Quatsch macht, zusammen arbeitet, aber auch für einen da ist, wenn es einem einmal weniger gut geht.
Nicht eine Sekunde habe ich mich in der Albergue nicht willkommen gefühlt, dort habe ich meine mexikanischen Freunde gefunden und auch die Arbeit macht mir unglaublich viel Spaß!
Von Anfang an haben mich die Kinder in ihren Bann gezogen, denn obwohl sie aus den schwierigsten Verhältnissen kommen, sind sie so lebenslustig, neugierig und vor allem ungeheuer herzlich. Natürlich ist die Arbeit nicht immer ganz einfach mit ihnen, schließlich kennen viele außer körperliche oder verbale Gewalt keine andere Möglichkeit, um ihren Emotionen Luft zu machen. Nichtsdestotrotz (oder auch gerade deshalb) helfe ich ihnen gerne bei den Hausaufgaben, spiele mit ihnen, albere herum und besonders meine „Hauptaufgabe“ - die Arbeit mit den kleinen Vorschulkindern - macht mir sehr viel Spaß.
Zugegebenermaßen verbringe ich unter der Woche viel Zeit in der Albergue, wodurch meine Freizeit sehr eingeschränkt wird und ich manchmal das Gefühl habe, vielleicht das „richtige Leben“ gar nicht so sehr kennen zu lernen. Doch schließlich ist die Arbeit mit den Kindern ja der Grund, weshalb ich nach Mexiko gehen wollte und deshalb macht es mir eigentlich nichts aus, Überstunden zu leisten oder auch mal spontan an einem Wochenende einzuspringen.

Auch „zuhause“ bei meiner Familie fühle ich mich mehr als wohl! Wir wohnen zwar nicht im schönsten Viertel der Stadt und als „güerita“ gehe ich nachts nicht unbedingt alleine auf die Straße wenn es sich vermeiden lässt, doch bisher habe ich noch keine schlechten Erfahrungen als Ausländerin gemacht. Mit meinen „Mamas“ und meiner Gastschwester (die ebenfalls in der Albergue arbeitet) verstehe ich mich super, sie behandeln mich wie ein echtes Familienmitglied und auf diese Weise kann ich viel von der mexikanischen Kultur miterleben, was mir in einer Wg möglicherweise verwehrt geblieben wäre. Auch bin ich auf diese Weise gezwungen, die gesamte Zeit Spanisch zu sprechen, was meinen Sprachkenntnissen sicherlich zu Gute kommt.

Neben den wundervollen Erfahrungen, die ich in Mexiko sammeln kann hat mein Auslandsaufenthalt noch einen weiteren positiven Nebeneffekt:
Man lernt erst in der Ferne die Dinge richtig zu schätzen, welche man in Deutschland vielleicht als gegeben hingenommen hat – sei es die Familie, die Gewissheit von seinen Eltern geliebt und unterstützt zu werden oder vielleicht einfach nur ein leckeres Schwarzbrot mit Käse.
Es gibt vieles, das man vermisst und oft scheint man hin – und hergerissen zwischen dem Hier und Dort, in manchen Zeiten fällt es vielleicht schwerer den Kontakt zu halten und doch will man niemanden enttäuschen.
Jedoch denke ich, dass ich für mich und für meine Lieben daheim ein gutes Gleichgewicht gefunden habe und ich meinen Aufenthalt auf diese Weise weiterhin so sehr genießen kann wie bisher.
Denn auch wenn die Eingewöhnungszeit nicht immer reibungslos verlief und es manchmal zu (kulturellen) Missverständnissen kam, habe ich doch gerade dadurch viel von den Mexikanern gelernt und sie haben mehr über mein Land und meine Kultur erfahren.
Und mit größter Sicherheit kann ich sagen, dass ich überglücklich und dankbar dafür bin, dass mir die Möglichkeit zu diesem Freiwilligendienst gegeben wurde – ich habe meine Entscheidung noch nicht eine Sekunde lang bereut!

Samstag, 14. Januar 2012

"Feliz Navidad, Feliz Navidad..."

Hallihallo,
was nun folgt ist ein kleiner, mexicanischer Weihnachtsbericht:
Mein Weihnachten begann im Grunde schon damit, dass ich ein wundervolles Paket von meiner lieben Familie aus Deutschland erhalten habe – mit viiiiiel Schokolade, Spekulatius, Dominosteinen, VOLLKORNBROT (es kann sich glaube ich keiner vorstellen wie dumm und dusselig ich mich gefreut habe :P) und vielen kleinen Überraschungen. Auf diese Weise hatte ich auch in der Ferne erstmalig das Gefühl von Weihnachten und das war wirklich wundeschön!


Mein Weihnachtsschatz.

In der Woche vor Weihnachten begannen die Ferien und unsere Kinderchen fuhren nach Haus zu ihren Familien. Dank der Abschiedszenen kann ich mir nun ungefähr ausmalen, wie schrecklich schwer mir der Abschied im September fallen wird: jedes zweite Kind fragte mich, ob ich denn ja noch da sei wenn sie im Januar zurückkämen und alle schienen sehr besorgt, dass ich in den Ferien einfach verschwinden könnte. Die niedlichsten Abschiedsworte bekam ich von meinem kleinen Edson: „Svenja, in den Wochen werde ich dich sehr vermissen…von hier unten bis zur Sonne“ :) Und Manzina sagte mir, ich könne erst in 3000000 Jahre nach Deutschland zurückkehren, ob ich mit dieser Idee einverstanden wäre ;) Wenn sie wollen, sind die Kleinen wirkliche Goldstücke und selbst die, die sonst weniger anhänglich sind haben sich abends noch hingebungsvoll von Ian und mir verabschiedet. Das kann ja was werden, wenn der September naht…
Die Kinder, die auch sonst nicht nach Hause können/wollen gingen übrigens mit jeweils einem Erzieher mit und verbrachten das Weihnachtsfest mit dessen Familie.  In den letzten Jahren nahm Mago normalerweise Fidel und seine Brüder auf, in diesem Jahr allerdings wurde ohne Gäste der Albergue gefeiert.

Die letzte Woche in der Albergue verging sehr langsam, schließlich waren nur ungefähr 8 Kinder und ein paar Jugendliche da, sodass es im Endeffekt überhaupt nichts zu tun gab…doch die Erzieher hatten ständig irgendwelche Besprechungen und so blieben die Freiwilligen, um auf die Kinder aufzupassen – das heißt, wir spielten Fußball (Mexico – Deutschland) auf der Playstation :P
Auf diese Weise blieb außerdem Zeit, noch ein paar Weihnachtsgeschenke zukaufen…ja, ich hatte mich außerordentlich gut an die mexicanische Lebensweise angepasst und dementsprechend noch keinerlei Geschenke besorgt ;) Dass dies nichts Außergewöhnliches ist, wurde mir spätestens in den rappelvollen Läden klar, die auch am 24. noch bis zur letzten Minute geöffnet haben – wie auch unsere Papelería, die in der Weihnachtszeit sehr gut besucht war. Eigentlich wolle ich auch den Kindern der Albergue (und zugleich mir) ein Geschenk machen und ihnen einen Handball schenken, doch auch wenn man es kaum glauben mag, konnte ich in gefühlten 100 Sportgeschäften nicht einen einzigen entdecken :( Doch noch gebe ich die Suche nicht auf!

Am 23. machten Mario, Mago, Ian und ich uns auf den Weg, um die Pastolera von Ramon und einigen Freunden aus seinem Viertel anzusehen. Eine Gruppe von bestimmt 30 Leuten hatte in vielen Wochen eine Art lustiges Krippenspiel vorbereitet und sollte es an diesem Abend auf der Straße aufführen. Tja, in der Kolonie kamen wir auch pünktlich an, nur konnten wir absolut nicht die richtige Straße finden…im Endeffekt waren wir 1 ½ Stunden mit dem Auto herumgeirrt, hatten eine Taufe sowie eine Hochzeit entdeckt und kamen schließlich pünktlich zum Schlusssatz an :P  Vom Krippenspiel hatten wir somit leider nichts mitbekommen, doch blieben wir noch bis 2 Uhr zusammen mit Ramon und seinen Freunden, aßen Tacos und sangen uns begleitet von Ramons und Isaias Gitarrenspiel die Seele aus dem Leib. Es war ein wirklich lustiger Abend – wenn auch bei mir das Gefühl von Weihnachten immer noch fern blieb – und wir hatten unendlich viel Spaß :)

Das Ende des Spektakels :P

Für den armen Ramon...

...war es nicht gerade...

...die beste Nacht :D

Den 24. verbrachten Mago, Ian und ich damit, unsere Klamotten zu waschen und zu bügeln, ein wenig zu chillen und zu schlafen, während unsere „Mamas“ noch unten in der Papelería werkelten – von weihnachtlichem Beisammensein, keine Spur!
Ich nutzte die Zeit, um mit meinen Liebsten zu telefonieren und schließlich packten Ian, Mago und ich am Nachmittag meine Geschenke aus Deutschland aus: ich bekam Schokischoki, eine wunderschöne Müslischüssel (die mir zurzeit noch als Schokoladenschüssel dient, aber bald zu ihrem eigentlich Zweck umfunktioniert wird), kleine wohltuende Weisheiten und einen Gutschein für „Queen at the Ballet“ :) Außerdem lag noch ein Buch über die Stadt Essen für meine Freunde mit bei und Mago war voll auf begeistert von unseren Häusern „Genau so habe ich früher immer Häuser gemalt, weil ich unendlich gerne in solch einem wohnen würde – und bei euch sehen alle so schön aus“ :) Sehr süß, andersherum bin ich beeindruckt von der Farbenvielfalt hier in Mexico und sie hätte lieber die uniformen, grauen Häuser in Deutschland….
Ich schenkte Ian übrigens eine CD und gab ihm somit sein erstes Weihnachtsgeschenk seit 10 Jahren – als Kind von Zeugen Jehovas hat man es schon schwer :P

Weihnachtspost aus der Heimat.

Mami, dein Buch und dein kleines Weihnachtskärtchen sind auf große Begeisterung gestoßen ;)

Schooooooki <3

 Am heiligen Abend gingen wir in die „Messe“, das heißt, wir versammelten uns mit einigen Nachbarn in dem Vorhof von unserem Haus. Ein Pastor war anwesend und wir feierten die Messe auf kleinen Höckerchen, unter freiem Himmel :) Es war deutlich weniger feierlich, wir sangen leider kein einziges Lied und die Messe zog mich demnach nicht so in den Bann wie andere Weihnachtsgottesdienste…doch immerhin hatte ich am Ende die Möglichkeit, ein wenig mit dem padre zu quatschen und juchuu – endlich kennt mal jemand Martin Luther und weiß, dass Protestanten an den gleichen Gott glauben wie Katholiken :P Sehr sympathisch!
Es wurde immer später und ich war schon fast im Halbschlaf, als wir schließlich um 11 Uhr!! zum Abendbrot zu den Nachbarn rüber wanderten. Für mich war es ein außergewöhnliches Essen, denn es gab keine Tortilla UND wir aßen mit Messer, Gabel und Löffel – sonst tun es immer Löffel und die Finger ;) Es gab erst Suppe, dann Spaghetti mit Crema (was mich einfach nicht zu überzeugen vermag)l, gefüllten Truthahn (seeeehr lecker), undefinierbares Schweinezeugs und zum Nachtisch Apfelsalat – mhmmm :)
Später in der Nacht gingen wir dann schließlich raus, zündeten Wunderkerzen an und sangen das Posada-Lied: Eine Gruppe singt von draußen und bittet um Herberge, die andere Gruppe bleibt hinter der verschlossenen Tür und lehnt stetig ab…bis schließlich ein Platz zum Schlafen gewährt wird und alle zusammen die letzte Strophe singen :)
Was ich besonders lustig fand ist, dass wir eine Jesuspuppe hatten – in Decken eingewickelt, welche auch Süßigkeiten enthielten – und um Christus zu ehren, gab ihm jeder ein Küsschen und durfte sich dafür ein Bonbon herausnehmen. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass man sich schon ein wenig albern vorkommt, wenn meine Porzellanpuppe küsst, aber gut Tradition ist Tradition!
Um 2 huschte ich dann schließlich ins Bett, um danach den ersten Weihnachtsfeiertag mit Kofferpacken zu verbringen. Geschenke haben wir uns innerhalb der Familie übrigens nicht gegeben, aus Zeit- und Geldmangel :P Also wirklich ein gänzlich anderes Weihnachtsfest in diesem Jahr – und auch wenn Neues ja bekanntlich seinen Reiz hat, so fehlte mir doch mein Weihnachtsbaum, das Plätzchenbacken mit der Familie, Kerzenschein statt Elektro-Blinklichter, Rolf Zuckowski und seine Weihnachtslieder und natürlich mehr als alles andere das Zusammensein mit meiner Familie.

Mago und ihr Patenkind Regi

Das kleine Jesuskindchen haben wir mit Küsschen überhäuft ;)
 
So, nun seid ihr auch über mein mexicanisches Weihnachten informiert :)
Am nächsten Tag – dem 26. – startete bereits unsere Reise nach Cancún, über welche ich bei der nächsten Gelegenheit berichten werde.
Ich sende euch die liebsten Grüße über das weite Meer, bis bald
Sveni :)


PS: Übrigens war ich außerdem auf einer „Baby-Shower“ von Claudia (der schwangeren Freundin von Mago) eingeladen…bisher kannte ich diese Feierlichkeit ja nur aus NZ und man glaubt es kaum, auch hier musste ich wieder als Baby für ein Spiel herhalten. Man bestaune die Fotos und lache :D

Das stimmt!

Mago, Claudia, ich, Luz und Ciria

Freitag, 13. Januar 2012

Verspätete Photos ;)

So meine Lieben,
da ich nun wohlbehalten aus dem Urlaub zurückgekehrt bin, wird es Zeit, dass ich auch die zu meinem letzten Eintrag zugehörigen Photos veröffentliche.
Ich hoffe, ihr habt noch ungefähr eine Idee wovon die Rede war - falls nicht, müsst ihr leider nochmal schnell nachschaun oder es einfach dabei belassen und die Bilder so auf euch wirken lassen ;)
Alsbald werde ich auch einen Bericht über mein mexicanisches Weihnachtsfest und meine Reise nach Cancún verfassen, nur weiß ich natürlich wieder nicht, wann ich die Zeit dazu finde...in der Albergue geht es gerade etwas drunter und drüber, da ein Kind an Hepatitis erkrankt ist und wir mittlerweile 8 Verdachtsfälle haben. Mal schaun was der morgige Tag so an Chaos und Planerei mit sich bringt.
Ich wüsche euch allen ein wunderschönes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2012!!!
Liebste (und hoffentlich Hepatitis-freie) Grüße :)
eure Sveni

"Día de la Revolución":

Edson und Jose Angel als Revolutionäre :)

Auch kleine Mexicaner können schon flirten!

Hier maschiert der gesamte Kindergarten durch die Straßen von Ciudad Granja.

Man bemerke Diegos Begeisterung :P (ganz rechts im Bild)

Meine Kleinen und ich: Emilio, Memo, Roberto und Edson


"Día de la familia":
Unsere Erzieher/ Bauarbeiter

Clown Roberto und Fußballstar Gabrielito

Zwei Strahlepeter: Brayan und Gabriel :)

Damit mal ein bisschen Action in die Bilder kommt :P

Fabian und ich

Gabriel und Pablo

Cowgirl Mago und pintora Svenja

Kämpfer Derico erklärt uns das "Ballon-kaputt-treten-Spiel" :D

Gemma, ihre zwei Kleinen Ramiro und Luis Antonio und ich


Die Baufraktion :)

Sind sie nicht goldig? Esteban, Roberto und Gemma

Tja, da wollten wir ein schönes Gruppenphoto mit den drei Brüdern machen, doch es fehlte das Gleichgewicht...

...ich werde übrigens ganz unten erdrückt :P
Pablo, sein Bruder Kevin und Gabriel beim Apfel- Fischen (wobei ich übrigens jämmerlich versagt habe!)

Die Erzieher :)

Paaaaaause und Mittagssnack: TACOS :)




Geburtstagsfeier der Kiddies:

Ian und ich konnten kein Geschenkpapier finden - deshalb seht ihr hier die Sieger der hässlichsten Geschenkverpackungen international :D

Die November- Geburtstagskinder (Carlos ganz rechts freut sich schon sehr auf den Kuchen ;)

"Unsere" Kiddies beim Quatschmachen ;)




Fußballturnier:


Kinder = Verärgerung; Mago = Verzweiflung :P

Die stolzen Sieger: Paat, trillizo (wer von den dreien es ist weiß ich gerade nicht :P), Luis und Al




Photoshooting mit Haydee Aceves:

Mit Jose Angel und Roberto

Diego war schlecht gelaunt und interessierte sich eher fürs Pferdchen-Spielen mit Ian ;)

Das schönste Lächeln der Albergue!

Diegos Mimik spricht Bände :P

Ich habe die Goldmedaille!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Seifenblasenträume. Angel, Alex, Memo, Diego, Victor und Ricardo



Weihnachtszeit in der Albergue:

Krippenspiel im Kindergarten :)

Und dann kam der Weihnachtsmann vorbei...

...was eher die Kleinen beeindruckte ;)

Und natürlich mich :D

Fröhliche Kinderschar mit ihren neuen Geschenken.

Unsere Zwillinge Ramiro und Luis, die auf Photos grundsätzlich nicht lachen :P


Konzert der „40 principales“:

Maguito, ich, Ian und Ramon

Hier in Mexico werden bei solchen Events "Würstchen mit Limette und Salz" verkauft!

 
 "Iiiiin der Weihnachtsbäckerei...":

"Butter, Mehl und Milch verrühren..."

Ohne Worte.

Unsere Vanillekipferl-Experten.

Mhmmm..


Das Endergebnis kann sich schmecken lassen!

Warum Isaias so viel Aggression an den Tag legt ist noch heute ungeklärt :P

Spaß hatten wir allemal :D




Schalwichteln:

Martha und ihr Liebster, Mago, Caren, Ian, ich, Isaias, Isabel, Mario, Roxy und Ramon



Was sonst noch bemerkenswert wäre :)

Ich war auf der "FIL" - der zweitgrößten Buchmesse der Welt - und Deutschland war Ehrengast. Da darf so ein schöner Käfer/ vocho nicht fehlen :)

Es gab sogar "Was ist was?"-Bücher

Anfang Dezember ist unsere Hauptstraße aufgerissen...

...und ein Auto ist kopfüber versunken - was ein Anblick!

Mein erster chipulín = Heuschrecke :P